- Berlin
- Hitzewelle in Deutschland
Coole Tipps für heiße Sohlen
Johanna Treblin sucht Abkühlung für die bleibende Hitzewelle
Tagsüber erwärmt der Teppichboden im Büro meine ohnehin schon erhitzten Fußsohlen. Wenn es am sehr späten Abend nur noch 27,5 Grad sind, öffne ich zu Hause die Fenster, um die Wohnung abzukühlen. Um lauwarm zu duschen, muss ich lediglich den Kaltwasserhahn aufdrehen. Es ist Sommer in Berlin, und das schon seit Monaten. Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch gilt als die wärmste seit 1905. Ein Blick in den Wetterbericht zeigt kaum Veränderung an. Weil man in Berlin zwar Kälte gewohnt ist, aber Hitze nur aus dem Urlaub kennt, gibt es jetzt von Zeitung bis Radio, von Senat bis Krankenkassen jede Menge Tipps, wie man sich Abkühlung verschaffen kann.
Während ich im Büro meine Füße in eine Wasserschüssel stelle und lauwarmen Tee trinke, setzt eine Kollegin auf in Wasser eingelegte Aerobicaccessoires aus den 80ern, sprich: lila-pinkes Stirnband und türkisfarbene Schweißbänder für die Arme. Andere Kollegen schlagen vor, nasse Laken an die Fenster zu hängen, und ich überlege, eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio im Erdgeschoss des Redaktionsgebäudes abzuschließen, um dort zwischendurch kalt duschen zu können.
Einen Freund in Spanien frage ich, ob er - weil er sich mit Hitze auskennt - ein paar der Tipps kennt. Doch sie sind ihm alle vollkommen unbekannt. »Gestern habe ich zum Schlafen ein nasses T-Shirt angezogen«, sage ich. »Das hört sich ziemlich schrecklich an«, antwortet er. Hat aber gut getan. »Gerade habe ich meine Beine in ein nasses Handtuch gewickelt«, berichte ich. Das kann er sich schon eher vorstellen. Allerdings hat das kaum für Abkühlung gesorgt. »Morgen probiere ich wieder etwas Neues aus: Ich habe gelesen, man soll ein trockenes Laken in das Eisfach legen und sich nachts damit zudecken«, erzähle ich ihm. Was für mich an Folter grenzt, kommentiert er mit: »Das klingt nach einer guten Idee.«
Wenn es so weitergeht, werde ich vielleicht doch noch schwach - und gehe, obwohl aus energetischen Gesichtspunkten ein völliges No-go, in die Eisbar, die vor Kurzem eröffnet hat. Mit konstanten 10 Grad minus.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.