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  • Studie zu Migranten und Politik

Immer mehr Zuwanderer bevorzugen CDU und CSU

43 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund halten CDU/CSU für beste Partei - Zuspruch für SPD und Grüne gesunken

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Berlin. Menschen mit Migrationshintergrund hegen heute viel weniger Sympathien für SPD und Grüne als noch vor einigen Jahren. Laut einer Untersuchung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) sind CDU und CSU mit 43,2 Prozent Zustimmung aktuell die beliebtesten Parteien unter den Menschen mit Migrationshintergrund. »Menschen mit Migrationshintergrund bevorzugen nicht länger mehrheitlich die Parteien links der Mitte«, hieß es in der Auswertung.

Den Angaben zufolge hält nur noch jeder vierte Zuwanderer die SPD für die beste Partei. Zum Vergleich: 2016 waren es noch rund 40 Prozent. Auch die Grünen erhielten von den Zuwanderern, die zwischen Juli 2017 und Januar 2018 befragt wurden, deutlich weniger Zuspruch als bei einer Befragung durch den SVR rund zwei Jahre zuvor. Ihr Zustimmungswert sank von 13,2 Prozent auf 10 Prozent.

Wie dieser dramatische Wandel zu erklären ist, geht aus den Ergebnissen der repräsentativen Studie nicht hervor. Deutlich zu erkennen sind dagegen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Zuwanderergruppen.

Nach der für die Untersuchung relevanten Definition des Statistischen Bundesamtes gilt jemand als »Zuwanderer« oder »Mensch mit Migrationshintergrund«, wenn er entweder selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

Das starke Minus bei der SPD sei »vor allem auf den deutlichen Vertrauensverlust bei den Türkeistämmigen zurückzuführen«. Diese hätten 2016 noch zu knapp 70 Prozent die SPD als liebste Partei genannt. In der neuen Erhebung habe sich dieser Wert nahezu halbiert auf 37,0 Prozent.

Mit 37 Prozent Zustimmung liegt sie bei dieser Gruppe aber immer noch vor den Unionsparteien, die auf knapp 33 Prozent kommen. Die islamkritische Anti-Asyl-Partei AfD halten laut Untersuchung nur 1,1 Prozent der Deutschtürken, aber zwölf Prozent der Aussiedler für die beste deutsche Partei.

Die Erhebung ist Teil des »Integrationsbarometers« des SVR. Dafür waren zwischen Juli 2017 und Januar 2018 knapp 9.300 Menschen befragt worden, davon rund 3500 mit Migrationshintergrund. Für die LINKE ergab sich laut ein Rückgang von 11,3 auf 10,1 Prozent. Die FDP konnte dagegen zulegen (plus 2,8 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent), ebenso die AfD (plus 3,0 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent).

Mehr als 23 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind Zuwanderer. Bei der Bundestagswahl 2013 lag der Anteil der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund bei 9,4 Prozent. Vier Jahre später waren es bereits 10,2 Prozent - Tendenz steigend. Agenturen/nd

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