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Es betrifft uns alle!
Marie Frank über die gestiegenen Wohnpreise für Studenten
Wer schon mal eine Wohnungsbesichtigung in der Großstadt hatte, kennt die Situation: Dutzende Interessierte drängen sich um den Makler und tun so, als würde es sich bei der winzigen Bude nicht etwa um ein überteuertes Drecksloch handeln, sondern um das Schloss Bellevue höchstselbst. Angesichts der Masse an wesentlich besser verdienenden Mitbewerbern kann man seine Unterlagen als Student meist gleich in die Tonne hauen.
Es sei denn, man hat das Glück und die Wohnung ist so heruntergekommen, dass Studenten bevorzugt werden, weil diese in ihrer Dankbarkeit, überhaupt ein Dach über dem Kopf gefunden zu haben, sich kaum über die etlichen Mängel beschweren werden.
Dieses Problem gibt es jedoch nicht nur in Großstädten und betrifft beileibe nicht nur Studenten. Sie gehören bloß - wenn sie nicht mit reichen Eltern gesegnet sind - zur großen Masse der Prekären, die sich mittlerweile kaum mehr eine annehmbare Wohnung in einer annehmbaren Lage leisten kann. Der reflexartige Ruf »Bauen, Bauen, Bauen!«, der bei diesem Thema sogleich ertönt, ist jedoch nur bedingt geeignet, das Problem zu lösen.
Sicher, mehr Bauen ist wichtig und dringend notwendig. Am Wichtigsten ist jedoch, der Spekulation mit Wohnraum endlich einen Riegel vorzuschieben. Solange sich Bauen nicht lohnt, weil es die Rendite schmälert und der große Reibach nur mit Leerstand gemacht werden kann, wird sich die Wohnungsnot nicht auflösen lassen.
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