Längst nicht ausgefördert

Simon Poelchau über die gesunkene Ökostromumlage

  • Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.

Zum Jahresende wird die sogenannte EEG-Umlage, mit der die Kosten für die Förderung von Ökostromanlagen auf die Verbraucher umgelegt werden, zum zweiten Mal in Folge sinken. Ein Grund sind neben steigenden Strompreisen und einem prall gefüllten Reservekonto die fallenden Kosten für Ökostrom. Doch wer glaubt, dass ab jetzt die Energiewende quasi zum Nulltarif zu haben ist, der irrt.

Die Erneuerbaren sind längst nicht ausgefördert. Denn die Energiewende ist noch lange nicht geschafft. So rechnete das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) jüngst vor, dass die Emissionen aus der Kohleverstromung bis 2030 um rund 60 bis 85 Prozent sinken müssen, will Deutschland zumindest seine eigenen Klimaziele nicht reißen. Dies bedeutet, dass die Erneuerbaren in den kommenden zwölf Jahren fit gemacht werden müssen, diese Lücke in der Stromerzeugung zu schließen. De facto wäre dies eine Verdopplung des Anteils der regenerativen Energiequellen am Strommix. Derzeit beträgt dieser rund ein Drittel.

Damit dies gelingt, wird man in Zukunft vor allem die Integration der Erneuerbaren in ein neues, flexibleres Stromnetz fördern müssen. Das wird machbar sein, die dafür nötigen Technologien stehen bereits zur Verfügung. Und egal wie teuer dies wird, es wird sich auszahlen.

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