Studierende wollen ihre Jobs behalten

  • Marion Bergermann
  • Lesedauer: 2 Min.

In einem Offenen Brief haben Studierende, die an der Humboldt-Universität arbeiten, die Personalpolitik der Hochschulleitung kritisiert. Das Streichen von Stellen führe »zu einer massiven Behinderung des alltäglichen Universitätsbetriebs und zu einem drastischen Verlust an Studienqualität«. Die Studierenden betonen, »offen für alle rechtlich möglichen Lösungen« zu sein, sich jedoch gegen eine »Ausnutzung des TVStud« - der Tarifvertrag für studentische Beschäftigte - zu stellen. Die Personalabteilung der Universität verlängert seit Anfang Oktober keine Verträge von Studierenden, stellt keine neuen ein und stockt keine Stunden auf. Wie lange die Hochschule so verfahren will, ließ diese auf Anfrage des »nd« unbeantwortet. Den Einstellungsstopp hatte die Universität verhängt, ohne Betroffene darüber zu informieren.

Hintergrund ist ein Streit um die rechtskonforme Anstellung von Studierenden, die in den Bibliotheken, der Verwaltung oder Informatikabteilungen der Universität arbeiten und nach dem schlechter bezahlten Tarif TVStud vergütet werden. Laut Hochschulgesetz darf in diesem Tarif nur arbeiten, wer wissenschaftlich, etwa an einem Lehrstuhl, mitwirkt. Das Landesarbeitsgericht hatte entschieden, dass dies im Falle einer Studentin rechtswidrig sei und sie im öffentlichen Tarif der Länder, TV-L, vergütet werden müsse (Az. 7 Sa 143/18). Die inkorrekte tarifliche Einstufung trifft für Hunderte von Studierenden an der Humboldt-Universität zu, schätzt der Personalrat der studentischen Beschäftigten. Daher fordert das Gremium, das jährlich von den studentischen Mitarbeiter*innen gewählt wird, die Umtarifierung der Betroffenen in den TV-L.

Der Brief richtet sich unter anderem an Universitätspräsidentin Sabine Kunst, Vizepräsident Ludwig Kronthaler und den Leiter der Personalabteilung, Andreas Kreßler. Das Schreiben ging am Mittwoch Nachmittag mit 148 Unterschriften, darunter von Professor*innen und Verwaltungskräften, an die Universitätsleitung.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.