Kommunikation zentral bündeln

Rainer Rutz über das Schneckentempo bei der Digitalisierung der Schulen

  • Rainer Rutz
  • Lesedauer: 2 Min.

Kurz vor den Sommerferien hatte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) dieser Zeitung gesagt, dass man sich diese Sache mit der Digitalisierung der Schulen immer viel zu leicht vorstelle. Das Geld sei zwar da, aber es gebe schließlich rund 700 öffentliche und fast 150 freie Schulen in Berlin. Und alle wollen Breitband. Das heißt dann teilweise, ganze Straßen aufreißen. Kurzum: Das kostet alles höllisch viel Aufwand, weil daran zig Ämter auf Bezirks- und Landesebene beteiligt sind, die alle irgendetwas wollen und genehmigen müssen.

Nun kann man sagen, was man will: Hier hat die Senatorin eine treffende Zustandsbeschreibung gegeben. Zugleich verpufft die übermäßige Freude über die vielen Millionen Euro Bundesgelder zum Ausbau der digitalen Schulinfrastruktur, wenn man weiß, dass ebendiese Maßnahmen dank Ämterwirrwarr erst 2024 abgeschlossen sein sollen. Nicht schlecht, Herr Specht: Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen 2024 mit einem unbemannten Weltraumfahrzeug auf einem Teil der Mondoberfläche landen, der bei bisherigen Mond-Missionen noch nicht erforscht wurde, während in Berlin vermutlich mit großem Pomp der Anschluss der allerletzten Schule ans Breitbandnetz zelebriert wird.

Nichts für ungut, aber wenn das Problem mit dem behördlichen Klein-Klein bereits erkannt ist: Könnte man hier nicht vielleicht ansetzen, um den Ausbau der IT-Infrastruktur zu beschleunigen? Was spricht denn dagegen, wenigstens die Kommunikation mit anderen Ämtern zentral bei einer Senatsstelle zu bündeln? Die Bezirke, die teilweise auch aufgrund chronischen Personalmangels mit den Bearbeitungen der Anträge kaum hinterherkommen, würden sich vielleicht sogar freuen.

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