»Was die Welt von Kuba sieht, ist eine Lüge«
Tausende Menschen im Land nahmen an Kundgebungen zur »revolutionären Bekräftigung« teil
Havanna. Nach den Massenprotesten gegen die Regierung in Kuba hat die Staatsführung ihrerseits Tausende Menschen auf die Straße gebracht. In Havanna und anderen Orten veranstaltete sie am Samstag Kundgebungen zur »revolutionären Bekräftigung«. »Es lebe das freie Kuba! Frei von Einmischung und dem Hass, der gegen es geschürt worden ist«, sagte Staatspräsident Miguel Díaz-Canel vor einer großen Menschenmenge an der Uferpromenade Malecón in der Hauptstadt.
»Was die Welt im Moment von Kuba sieht, ist eine Lüge«, erklärte Präsident Díaz-Canel mit Blick auf die Proteste im eigenen Land. Bei der Kundgebung in Havanna anwesend war auch Raúl Castro, der inzwischen 90 Jahre alte Bruder des gestorbenen Revolutionsführers Fidel Castro. Díaz-Canel hatte Raúl Castro zunächst als Präsident und im April als Chef der Kommunistischen Partei Kubas abgelöst.
Am Sonntag vor einer Woche hatten Tausende Kubaner in zahlreichen Städten des Landes spontan für Freiheit und gegen die Mangelwirtschaft demonstriert. Solche Proteste hatte es in dem Karibikstaat seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Die Wirtschaft des Landes leidet sehr stark unter dem Einbruch des Tourismus in der Pandemie sowie unter den Sanktionen Washingtons. Auch bleiben Hilfen aus Venezuela aus, da der verbündete Staat selbst in einer Krise steckt. Es fehlt in Kuba an Lebensmitteln und Medikamenten. Zudem stiegen die Zahlen der von Corona Betroffenen zuletzt deutlich.
Die Regierung in Havanna bezeichnete die Proteste als gewaltsame Unruhen, die die Vereinigten Staaten angezettelt hätten, um die Kubaner zu spalten. Staatspräsident Miguel Díaz-Canel rief dazu auf, die kubanische Revolution von 1959 auf den Straßen des Karibikstaates zu verteidigen. Sicherheitskräfte hatten die Demonstrationen aufgelöst.dpa/nd
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