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Ein umweltpolitisches Desaster

Den Unionsparteien fehlen Konzepte für die Modernisierung der Bahn

Der CDU-Politiker Carsten Linnemann regt sich im Deutschlandfunk darüber auf, dass es so lange gedauert habe, die Schnellbahnverbindung von Berlin nach München zu bauen. Künftig müsse das schneller gehen, ist seine Antwort auf eine Frage zum Klimaschutz. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) äußert sich bei dem Thema ähnlich. Er bemängelt etwa, dass Umweltschützer sich gegen die Fehmarn-Beltquerung und den Ausbau der Schnellbahnstrecke zwischen Berlin und Köln aussprechen. Mit Prestigeprojekten will die Union den Bahnverkehr voranbringen, die enorme Einschnitte in die Natur mit sich bringen, den Verkehr aber nicht sehr verbessern. Denn was nützt es, wenn ich in vier Stunden von Berlin nach München komme, der Anschlusszug nach Deggendorf aber gerade abgefahren ist?

Was es braucht, ist eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in die Breite bis aufs Dorf. Da gibt es noch viele weiße Flecken. Und tatsächlich hinkt Deutschland bei Investitionen in die Schieneninfrastruktur anderen Staaten hinterher; die Schweiz gibt etwa 440 Euro pro Kopf dafür aus, Deutschland dagegen nur 88. Stattdessen sollen bis 2030 rund 850 Kilometer neue Autobahnen gebaut werden, was aus umweltpolitischer Sicht ein Desaster ist.

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