Hass ist kein Wahlkampfthema

Sebastian Weiermann über einen blinden Fleck in den Wahldebatten

Ein vereitelter Anschlag auf eine Synagoge in Hagen bringt ein Problem zurück ins Bewusstsein, das in diesem Wahlkampf überhaupt nicht Thema war. Gewalt gegen Minderheiten! In Hagen soll es ein junger Islamist gewesen sein, der einen antisemitischen Anschlag plante. In der aktuellen Wahlperiode gab es aber auch den Mord an Walter Lübcke, die Anschläge in Halle und Hanau, um nur die schlimmsten Taten zu nennen. Im Wahlkampf sind antisemitischer und rassistischer Terror kaum ein Thema. Woher kommt das?

Eine mögliche Erklärung: Den meisten Parteien fällt dazu nichts mehr ein. Oder nur die immer gleichen Forderungen, wie jetzt die nach Abschiebung. Fast alle Gesetzesverschärfungen sind durchgeführt. Die Forderungen nach mehr Polizei und engerer Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdiensten sind gestellt worden. Jetzt gibt es für die meisten Politiker nichts mehr zu fordern oder anzukündigen. Schon gar nicht Vorschläge, die in Wahlkampfslogans passen.

Die eigentlich wichtige Diskussion, wie wir eine Gesellschaft formen können, in der menschenverachtende Ideologien nicht wachsen und gedeihen können, die mag fast niemand führen. Sie wäre zu komplex.

Wir-schenken-uns-nichts
Unsere Weihnachtsaktion bringt nicht nur Lesefreude, sondern auch Wärme und Festlichkeit ins Haus. Zum dreimonatigen Probeabo gibt es ein Paar linke Socken von Socken mit Haltung und eine Flasche prickelnden Sekko Soziale – perfekt für eine entspannte Winterzeit. Ein Geschenk, das informiert, wärmt und das Aussteiger-Programm von EXIT-Deutschland unterstützt. Jetzt ein Wir-schenken-uns-nichts-Geschenk bestellen.
- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.