Kitakind wollte Schmerzensgeld

kita in quarantäne

  • Lesedauer: 1 Min.

Die Klage wies das Landgericht Köln mit Urteil vom 7. Dezember 2021 ab. Behauptet worden sei, dass das Kindergartenkind durch die vom Kölner Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne psychische Schäden erlitten habe. Es sei während der Isolation immer aggressiver geworden und habe unter Schlafstörungen gelitten. Die Familie forderte daher 3000 Euro Schmerzensgeld.

Den Angaben zufolge war für das Mädchen zum 10. bis zum 22. März 2021 eine häusliche Quarantäne angeordnet worden. Eine Verkürzung mit einem negativen Corona-Test war nicht möglich.

Das Landgericht lehnte die Zahlung des Schmerzensgelds ab und sah die Klage als unbegründet an. Das Mädchen sei zu Recht als »Ansteckungsverdächtige« eingestuft worden, da der Verdacht bestanden habe, dass es sich bei einem Kind seiner Gruppe mit Covid-19 infiziert haben könnte. Die Einstufung sei aufgrund der Meldung eines Labors und des Virus-Nachweises erfolgt. Zudem habe in der Kindergartengruppe eine »beengte Raumsituation« vorgelegen, weshalb es richtig gewesen sei, das Mädchen als »enge Kontaktperson« des infizierten Kindes zu werten. Die Quarantäneanordnung habe eine gesetzmäßige Grundlage gehabt. Die Entscheidung des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig. dpa/nd

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.