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Fraktionschefin der Grünen tritt zurück
Antje Kapek nennt mentale und physische Erschöpfung als Grund
Berlin. Berlins Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek hat überraschend ihren Rücktritt erklärt. Sie wolle sich mit sofortiger Wirkung von der Fraktionsspitze zurückziehen, sagte sie in einer persönlichen Erklärung am Dienstag im Abgeordnetenhaus. Kapek ist seit 2012 Fraktionschefin, seit 2016 gemeinsam mit Silke Gebel.
Kapek begründete ihre Entscheidung damit, dass Wahlkampf, Koalitionsverhandlungen sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie mentale und physische Spuren bei ihr hinterlassen hätten. »Gerade in den letzten Wochen hat der Grad an Erschöpfung massiv zugenommen und so muss ich jetzt eine persönliche Reißleine ziehen und mir erst mal Zeit für mich nehmen«, so Kapek. Dennoch sei sie »von ganzem Herzen Politikerin in dieser wunderbaren Stadt« und wolle sich auch zukünftig als Abgeordnete »für ein gerechtes, ökologisches und menschliches Berlin« einsetzen.
Kapeks Co-Fraktionsvorsitzende Gebel bedauerte den Schritt ihrer Parteikollegin und bedankte sich bei ihr. »Wir haben in den gemeinsamen fünf Jahren an der Spitze der Grünen-Fraktion viel politisch für Berlin erreicht und jede Menge Spaß gehabt«, so Gebel. Ramona Pop (Grüne), die sich schon Ende vergangenen Jahres aus der Landespolitik zurückgezogen hatte, dankte Kapek ebenfalls »für deine Leidenschaft und deine Power«. Berlins Umwelt- und Mobilitätssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) äußert sich »froh, dass du uns erhalten bleibst, so geradlinig und direkt wie du bist«.
Die 45-Jährige wurde in Kreuzberg geboren und hat ihre politische Karriere in der dortigen Bezirksverordnetenversammlung begonnen, der sie von 2006 bis 2011 angehörte, zuletzt als Vorsitzende der Bezirksfraktion. Seit September 2011 ist sie Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Zu den Arbeitsschwerpunkten der studierten Geografin und Regionalplanerin gehören unter anderem Umwelt- und Verkehrspolitik sowie Stadtentwicklung. Auf ihrer Homepage beschreibt Antje Kapek ihren Anspruch, den »Alltag für alle Menschen spürbar besser« zu machen. »Deshalb geben wir Rad, Fußverkehr, Bus und Bahn den Vorrang vor Blechlawinen und setzen auf blühende Quartiere statt Betonwüsten.« Außerdem seien ihr Transparenz und Beteiligungsmöglichkeiten wichtig.
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