Auf nach Katar!

Hier gibt es viel Sand und viel Geld

  • Hagen Bonn
  • Lesedauer: 2 Min.

Alle kritisieren Katar. Das finde ich unsportlich. Und ich glaube fest daran, dass diese WM einen würdigen Weltmeister hervorbringen wird. Wir sollten also gelassen an die Sache rangehen. Wie schon ein Baumeister vor Zeiten meinte, als er den Grundstein für den Turm zu Pisa legte: Wird schon schiefgehen. Eben. Es wird fantastisch! Die Niederlande werden wieder nicht Weltmeister, und Alkohol ist weiterhin ungesund. Deshalb kostet ein Kasten Bier in Katar gesundheitspolitisch korrekt 90 Euro und eine Flasche Gin knapp 80. Da gilt es für die Fans, und auch für die Schiedsrichter, weiterhin, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und die nächste WM kann dann gern in Venezuela starten. Warum? Zwei Cent für den Liter Benzin. Noch Fragen? Jedenfalls ist es rassistisch, Katar wie »Katarrh« (Entzündung der Schleimhaut der Atmungsorgane) auszusprechen. 

Ja, Katar ist ein Paradies! Weite Strände. Azurblaues Meer. Sand, so weit das Auge blickt. Und hey, ich wurde einmal auf Kreta aus einem Kloster verwiesen, nur weil ich ein AC/DC-Shirt mit der Aufschrift »Highway to hell« trug! Was sagt ihr dazu? Kreta ist Europa. Wir grüßen einander … Kleiner Wermutstropfen: Russland ist von der WM ausgeschlossen. Über die Gründe grübeln die russischen Fußballer am meisten. Dabei ist Fußball ein brutaler Sport, ständig wird »geschossen«, »geköpft« und »angegriffen«. Alles Käse, meines Erachtens! 

Apropos Käse: Wer jetzt auf die Schweiz als Weltmeister wettet, kann seinen Einsatz verhundertfachen. Lest gefälligst mal im »Kapital« nach, was es bedeutet, so einen Profit einzuheimsen. Und noch mal apropos: Wie viel Geld verdient die Fifa mit dieser WM? Von wegen Profit, das ist ein »Surplusprofit« vor dem Herrn! Ich werd’ glatt irre bei der Vorstellung. Ihr etwa nicht? Und deshalb lasst uns singen: »Hurra, hurra, wir fahren nach Katar!«

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