Politik der Mutlosen

Das Manifest der Gruppe »Vert Realos« ist das Zeugnis von subtiler Stimmungsmache

Bislang herrschte eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit den Geflüchteten, die seit einiger Zeit wieder verstärkt nach Deutschland kommen. Nun klagen aber immer mehr Kommunen darüber, dass sie bald wieder provisorische Schlafplätze anbieten müssen, weil ihnen Räumlichkeiten fehlen. Das sind Herausforderungen, die sie nicht allein meistern können. Dafür brauchen sie Unterstützung. Und zwar bald.

Denn die Stimmung in der Flüchtlingspolitik schlägt gerade um. Es ist kein Straßenmob, der mit Ausschreitungen droht. Die Ablehnung ist subtiler: Immer häufiger sind sorgenvolle Stimmen zu vernehmen, die davor warnen, dass es anderen zu viel werden könnte. Die Gruppe »Vert Realos« bei den Grünen fordert deshalb eine restriktivere Gangart im Umgang mit Asylbewerbern. Und sofort springt ihr die FDP bei: Die Sorgen der Bürger müssten ernst genommen werden, heißt es. Eine solche Politik ist mutlos. Ihr fehlt die Courage, uneingeschränkt für Humanität einzustehen. Tatsächlich ist es doch auch so, dass es noch immer eine große Aufnahmebereitschaft gibt. Aber die wird derzeit von der Politik kleingeredet.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -