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Christian Hafenecker: Rechter Lausbubenstreich

Generalsekretär der Freiheitlichen Partei Österreichs wegen Datenfälschung verurteilt

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker wollte im österreichischen Superwahljahr lieber keine unschönen Bilder von seinem Prozess wegen Datenfälschung generieren.
FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker wollte im österreichischen Superwahljahr lieber keine unschönen Bilder von seinem Prozess wegen Datenfälschung generieren.

Kurz nach dem Ende der Europameisterschaft 2024 arbeitet Österreich einen Skandal der letzten EM auf. Christian Hafenecker, Generalsekretär der rechtsextremen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), soll sich 2021 vom damaligen Parteikollegen und Politikwissenschaftler Hans-Jörg Jenewein Covid-Tests fälschen haben lassen. Der Grund: Er und seine Familie wollten sich das Spiel Portugal gegen Frankreich in Budapest nicht entgehen lassen, die Auswertung der offiziellen Tests dauerte ihnen zu lang. Diesen Dienstag wurde Hafenecker wegen Datenfälschung zu einer Geldstrafe von 5100 Euro verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Auch Jenewein erhielt eine Geldstrafe.

Das Delikt ist ein skurriler Zufallsfund bei den Ermittlungen rund um einen Spionageskandal des österreichischen Verfassungsschutzes. Jenewein wird vorgeworfen, Verbindungsmann zwischen dem ehemals FPÖ-geführten Innenministerium und dem mutmaßlichen Russland-Spion Egisto Ott gewesen zu sein. Bei einer Hausdurchsuchung werteten Ermittler Jeneweins Smartphone aus – und stießen auf die Konversation über die gefälschten Tests.

Alle Angeklagten ließen sich bei dem Prozess durch ihre Verteidiger vertreten, wie die österreichische Tageszeitung Der Standard berichtete. Hafeneckers Anwalt begründete das mit dem österreichischen Superwahljahr, in dem der Politiker keine unschönen Bilder fabrizieren wollte. Hafenecker gilt als enger Vertrauter von FP-Parteiobmann Herbert Kickl und rechnet im Herbst mit einem Sitz im Nationalrat. Derzeit liegt die FPÖ in Umfragen auf Platz Eins.

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