Kleinbauern beackern die Hungerkrise
Etwa 500 Millionen Kleinbauern produzieren ein Fünftel aller weltweiten Nahrungsmittel und ernähren somit fast zwei Milliarden Menschen – ein Drittel der Weltbevölkerung. Obwohl sich ihr Dienst an der Menschheit nicht mit Gold aufwiegen lässt, haben sie und ihre Familien keine zwei US-Dollar am Tag zum Leben. Neuerdings aber, so Kanayo F. Nwanze, Präsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), werden sie als Teil der Lösung im Kampf gegen Armut und Ernährungskrise betrachtet. Kleinbauern in Entwicklungsländer bewirtschaften ihre Felder, was die Erträge pro Hektar angeht, höchst effizient, sagte der erste afrikanische IFAD-Chef. Ihr positiver Einfluss auf Landwirtschaft und Volkswirtschaften von Ländern wie China, Indien, Brasilien, Vietnam und sogar Ghana sei mittlerweile empirisch bewiesen.
Vietnam gelang der Wandel vom Nahrungsmittelimport- zum Nahrungsmittelexportland. Das südostasiatische Land ist heute zweitgrößter Reisexporteur der Welt. Zu verdanken ist dieser positive Trend vor allem der Entwicklung des kleinbäuerlichen Sektors. Ein weiterer Erfolg: Von 1979 bis 2007 ging die Armut von 58 Prozent auf 15 Prozent zurück. 73 Prozent der vietnamesischen Bevölkerung leben in ländlichen Gebieten.
Um ihren Nahrungsmittelnachschub steigern zu können, müssen die Kleinbauern nach Ansicht des gebürtigen Nigerianers Nwanze in die Lage versetzt werden, ihre Böden nachhaltig zu bewirtschaften. Entscheidend sei der Zugang zu Land, Wasser und zu Krediten für den Kauf von Saatgut, Werkzeugen und Düngemittel. Damit die Agrargüter vermarktet werden können, sind Investitionen in Verbindungsstraßen, Transportmittel und Technologien erforderlich, die Bauern über aktuelle Marktpreise auf dem Laufenden halten.
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