Bildungsrauschen
Atomforschung nach dem GAU
Auch nach dem GAU im japanischen Fukushima wird an Hochschulen zur Kerntechnik studiert. Hermann Horstkotte hat am 25. März 2011 auf www.zeit.de/studium/hochschule/2011-03/kerntechnik-studium mit Studenten geredet. T. Leipold (HS Zittau) »schämt sich nicht« für das Studium der Kerntechnik. Für ihn ist es »nicht gleichbedeutend mit Fukushima. Wir werden (...) ebenso für Rückbau und Entsorgung, staatliche Aufsicht oder als Gutachter zum Beispiel beim TÜV gebraucht.« R. Gehr (THS Aachen) entschied sich nach einer »beeindruckenden Exkursion in ein Kernkraftwerk« für das Studium.
Eine kritische Diskussion folgte. colin49 hat sich »1966 wegen der fehlenden technischen Lösung der Endlagerung gegen das Wahlfach Kerntechnik entschieden – trotz beeindruckender Hochtechnologie für einen 22-Jährigen: die Bilder der Atombombenabwürfe auf Japan und die Atombombenversuche der Atommächte (...) Für ein Berufsleben ist es dann extrem bitter, wenn man durchhalten muss oder, weil zu kritisch, ›rausfliegt‹!«
Lappenheimer sendet »strahlende Grüße aus München. Kerntechnik ist ein interessantes Gebiet, auch zum forschen. Die Mehrheitsmeinung, dass Kerntechnik nicht weiterentwickelt werden kann, ist einfach falsch.« nixversteher erwartet »dass in Deutschland die absurd negative Diskussion über Atomkraftwerke irgendwann sachlicher geführt wird. Dann erhält die Atomtechnologie den ihr zustehenden Stellenwert in der Gesellschaft.«
Lyaran fragt »was dieser denn wäre? Als Ingenieur lernt man, dass kein technisches System 100 Prozent beherrschbar ist. In ›Sicherheitstechnik‹ werden Beispiele dazu geliefert: immer wieder ganz ›dumme‹ Verkettungen von Zufällen. Atomenergie ist eine unglaublich riskante und teure Technologie. Man wundert sich, warum diese in einem fortschrittlichen Land wie Deutschland noch genutzt wird. Wir hätten viel mehr Möglichkeiten.«
john adams will »Informationen zu Pumpspeicherkraftwerken, neuen Stromleitungen bei Dezentralisierung, Fehlender Blindleistung bei Solarstrom, fehlenden Großfeldversuchen in ausschließlich mit erneuerbaren Energien versorgten Gebieten und dem Abfangen von Spitzenleistungen und Flauten.« 2b meint: »Sicher wird es noch Probleme geben – vermutlich Akzeptanzprobleme: bei neuen Freileitungen, verändernden Lebensgewohnheiten oder Neugewichtung von ›Wertzuwachs‹ in der Lebensqualität – aber lösbare, wie schon ›Jugend forscht‹ der Industrie beweist. Lassen Sie uns an den Möglichkeiten arbeiten, Probleme und Gefahren, samt Naturgewalten, zu verringern, und sie nicht durch menschliche Technik verschärfen. Wird ein Weg gefährlich, kann man einen anderen gehen.«
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