Organspende soll »Normalfall« werden

Hessen und Bayern für erweiterte Widerspruchslösung

  • Lesedauer: 1 Min.

Wiesbaden (epd/ND). Künftig soll jeder Bürger nach dem Willen der hessischen und bayerischen Landesregierung als Organspender gelten, solange er oder Angehörige nicht einer Organentnahme ausdrücklich widersprochen haben. Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) und sein bayerischer Amtskollege Markus Söder (CSU) sprachen sich am Dienstag in Wiesbaden für die sogenannte erweiterte Widerspruchslösung aus. Ziel sei es, die Zahl der Organspenden in Deutschland deutlich zu erhöhen. Die Organspende solle »in Deutschland endlich zum Normalfall werden«.

Grüttner und Söder wollen bei der Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni in Wiesbaden einen entsprechenden Antrag einbringen; die bestehende erweiterte Zustimmungslösung solle in eine Widerspruchslösung umgewandelt werden. Damit käme »grundsätzlich jeder am Hirntod Verstorbene als Organspender in Betracht – es sei denn, einer Organentnahme wurde ausdrücklich durch die jeweilige Person oder deren Angehörige widersprochen«, erklärte Grüttner. Die Unions-Minister verwiesen darauf, dass die Widerspruchsregelung bereits in den meisten europäischen Ländern gelte, etwa in Frankreich, Italien und Spanien.

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