Bildungsrauschen

  • Lesedauer: 3 Min.

Uni Bayreuth: Ohne

Fehl und Tadel?

Nun liegt die Stellungnahme der Universität Bayreuth zur Plagiatsaffäre von Theodor zu Guttenberg vor. Demnach täuschte dieser vorsätzlich. Der Bericht spricht die Uni jedoch von einer groben Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflicht frei. Einige Leser der Zeitung »Die Zeit« sahen das anders und kommentierten den Artikel von Tobias Kleinschmidt vom 11. Mai 2011 auf www.zeit.de/studium/hochschule/2011-05/guttenberg-bayreuth-doktorarbeit-plagiat.

PoWiStudent schreibt: »Dem Bericht der Universität Bayreuth kann man entnehmen, dass dieser eine Kampfschrift um den Ruf eben dieser Uni ist. Hier wird die Mitschuld weit von sich geworfen, der böse Freiherr sei allein schuldig. Die Uni Bayreuth hat peinlichste Fehler gemacht, die Doktorarbeit nicht sauber geprüft und unverdientermaßen die Bestnote erteilt. Was sagt uns das? Die Eitelkeit und vorgetäuschte Demut der Uni sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Institution keineswegs makellos ist und keineswegs zu den wenigen ›guten‹ dieser Welt gehört. Im Gegenteil: Hier wird versucht ein Image zu erhalten, das genauso ein Plagiat ist, wie die geprüfte Doktorarbeit. Der Abschlussbericht findet für dieses Vorgehen nicht einmal überzeugende Argumente. Dies verstehe ich als eine Chance, den Mythos der makellosen Universität endlich zu überwinden und genauer hinzuschauen.« ChilliConCarne stimmt zu: »Genau das dachte ich mir ebenfalls Wenn so ein offensichtliches Plagiat ›übersehen‹ wurde, dann frage ich mich wie diese Universität Promotionen eigentlich überhaupt allgemein prüft.« Und darthmax ironisiert: »Offensichtlich sind die Doktorväter mit der Überprüfung von Doktorarbeiten ebenfalls überfordert. In Konsequenz sollten keine Doktorarbeiten mehr beauftragt oder, da man überfordert ist, den Professorentitel ebenfalls zurückgeben werden.«

suennerklaas fragt: »in welchem Zusammenhang das Durchwinken der Guttenberg'schen ›Arbeit‹ als Dissertation mit dem Zahlungseingang von 750 000 Euro steht, die die Rechtswissenschaftliche Fakultät von der Rhön-Klinikum AG erhielt, wo Guttenberg nicht nur im Aufsichtsrat saß, sondern die zu einem Teil der Familie zu Guttenberg gehört (Quelle: www.wissen.de/wde). Zudem stehen auch noch die Fragen im Raum, warum Guttenbergs Erstgutachter Peter Häberle (CSU) 2007 vom damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber ohne Angaben von Gründen mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet wurde und was zur ›Beförderung‹ seines Zweitgutachters Rudolf Streinz (CSU) zur LMU (Ludwig-Maximilians-Universität München, d. Red.) führte. Bei keinem dürften die Fragen schon zur Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Bundestags ausreichen, zumal es in den Reihen von Union und FDP noch andere jüngst aufgeflogene Fälscher gibt.« Lena Tietgen

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