Zerreißprobe vertagt

Kommentar von Fabian Lambeck

  • Lesedauer: 1 Min.
Es hätte auch ganz anders kommen können, für die CSU an diesem Wochenende. Im Vorfeld des Parteitages waren dem rechtskonservativen Bewerber um das Amt des Vize-Parteichefs, Peter Gauweiler, gute Chancen eingeräumt worden. Vor allem seine Tiraden gegen den Euro-Rettungsschirm hatten ihm viele Sympathien eingebracht. Letztendlich scheiterte er denkbar knapp gegen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Die Unterstützung seiner Kampfkandidatur durch beinahe die Hälfte der Delegierten zeigt auch, dass das rechtskonservative Lager der CSU immer noch stark ist und sich offenbar in der Führungsspitze nicht vertreten sieht. Die selbst ernannte bayerische Volkspartei ist kein homogenes Gebilde und kann dies auch gar nicht sein. Immerhin ist es ihr Anspruch, möglichst viele gesellschaftliche Gruppen zu vertreten. Von urban geprägten Eliten bis hin zu rechtslastigen Altkonservativen und Erzkatholiken. Solange die CSU Erfolg hat, werden die Konflikte unter Kontrolle bleiben. Aber Nürnberg gab auch einen kleinen Vorgeschmack auf das, was im Falle eines schlechten Abschneidens bei den Landtagswahlen 2013 auf die Partei zukommen könnte. Da würde der Partei eine echte Zerreißprobe bevorstehen.

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