Griechischer Regierungschef Papandreou erklärt seinen Rücktritt

Die Regierungkrise in Griechenland geht dennoch in eine weitere Runde

  • Lesedauer: 2 Min.
Athen, 9. November (AFP/nd) - Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou hat am Mittwoch offiziell seinen Rücktritt erklärt. Vor einem Treffen mit Präsident Karolos Papoulias sagte Papandreou in einer Fernsehansprache, er wünsche seinem Nachfolger allen erdenklichen Erfolg. Der Chef der geplanten Übergangsregierung unter Beteiligung der konservativen Opposition sollte am Abend nach einem Treffen der Parteichefs bei Papoulias bekannt gegeben werden.

An dem Treffen im Präsidentenbüro nahmen neben Giorgos Papandreou und dem Vorsitzenden der konservativen Nea Dimokratia, Antonis Samaras, auch der Chef der nationalistischen Laos Partei, Giorgos Karatzaferis, teil. Es endete ergebnislos, so dass die Gespräche über die Bildung einer Übergangsregierung am Donnerstagmorgen um 09.00 Uhr fortgesetzt werden, kündigte Präsident Karolos Papoulias am Mittwochabend an.

Als Favorit für die Nachfolge Papandreous galt am Mittwoch Parlamentspräsident Philippos Petsalnikos. Der 60-jährige sozialistische Politiker ist ein langjähriger Weggefährte Papandreous. Während des Treffens meldete das Staatsfernsehen NET, Papandreou und Samaras hätten sich auf Petsalnikos geeinigt, da die Kandidatur des früheren Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, von der Nea Dimokratia abgelehnt worden sei. Dies wurde vom Sprecher der Partei jedoch umgehend dementiert.

Die griechischen Parteien versuchen seit Sonntag, sich auf einen neuen Regierungschef zu einigen. Zwischenzeitlich galt Papademos als Favorit für den Posten, doch ebenso wie bei anderen möglichen Kandidaten bewahrheiteten sich Gerüchte über seine bevorstehende Ernennung nicht. Zu dem Treffen bei Papoulias am Mittwoch waren auch die Kommunisten eingeladen, doch lehnen sie eine Beteiligung an der Übergangsregierung ab.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.