»Nenndorf ist bunt« wird ausgezeichnet
BI für antifaschistisches Engagement geehrt
Dannenberg (nd-Jung). Als vorbildlich hat das »Bündnis für Demokratie und Toleranz« die antifaschistische Arbeit der Bürgerinitiative »Bad Nenndorf ist bunt« gewertet und diese jetzt im Rahmen eines Wettbewerbs mit 3000 Euro prämiert.
Das Engagement der Initiative wird besonders sichtbar, wenn alljährlich im August rund 1000 Rechtsradikale durch die niedersächsische Kurstadt ziehen, Nazi-Lieder und antisemitische Parolen grölen. Seit dem Jahr 2006 geschieht dies. »Trauermärsche« nennt der braune Mob seine Aufzüge mit Blick auf das sogenannte Wincklerbad. Es war nach dem Zweiten Weltkrieg ein britisches Verhörzentrum, in dem es recht hart zuging. Bad Nenndorf liegt rund 25 Kilometer westlich von Hannover und hat etwa 10 000 Einwohner.
Die Bürgerinitiative setzt sich aus vielen Bürgern zusammen, die sich über die Auftritte der Faschisten empören. Gegen die Märsche wehrt sich die Initiative mit kreativen Aktionen. In diesem Jahr beispielsweise veranstalteten die Nenndorfer entlang der Marschstrecke »Partys«, was für Irritationen bei den Nazis sorgte. Das »Bündnis für Demokratie und Toleranz«, das die Kurstädter für ihre Aktivitäten belohnte, war im Jahr 2000 von den Bundesministerien des Inneren und der Justiz gegründet worden.
Nun hat die Bürgerinitiative einen gemeinnützigen Verein ins Leben gerufen. Die Initiative sieht darin ein Signal an Politik und Behörden, die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus zu intensivieren. Nahziel, so die BI, bleibe ein Verbot der Märsche. Doch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hatte signalisiert, dass daraus wohl nichts wird, denn: Die Nazis haben ihre Aufzüge stets ordnungsgemäß angemeldet - schon bis zum Jahr 2030.
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