Italiens Abgeordnete sind Spitze
Expertenkommission: Einkünfte der Volksvertreter im europäischen Vergleich ganz vorn
Rom (dpa/nd). Bei 11 283 Euro liegt die monatliche Grundvergütung für jeden der 630 italienischen Abgeordneten. Dazu kommen 3503 Euro an Tagegeldern und Diäten sowie 1332 Euro an Zuschüssen zu den Transportkosten. Nicht eingerechnet sind dabei die 3690 Euro, die der Abgeordnete erhält, um sein Büro und Mitarbeiter zu bezahlen.
Im Vergleich mit sechs anderen europäischen Ländern müssen die spanischen Volksvertreter dem Bericht zufolge mit dem wenigsten Geld auskommen, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag berichtete: 2813 Euro Grundgehalt, dazu noch 1823 Euro an Diäten. In Italien kommt den Steuerzahler außerdem noch teuer zu stehen, dass eine Reihe von Ausschüssen, Institutionen und Behörden bezahlt werden müssen, die es so in den anderen europäischen Ländern nicht gibt.
Die im vergangenen Sommer noch von dem damaligen Regierungschef Silvio Berlusconi eingesetzte sechsköpfige Professoren-Kommission stellte Zahlen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich, den Niederlanden und Belgien gegenüber. Danach sind die 16 000 Euro des italienischen Abgeordneten - rund 700 mehr noch für einen Senator - vergleichbar mit 12 600 Euro für einen Bundestagsabgeordneten in Deutschland und 13 500 Euro für einen Volksvertreter in Frankreich. Für die Mitarbeiter stünden den Deutschen und Franzosen allerdings weit mehr Gelder zur Verfügung, hielten die Statistikexperten fest.
Angesichts des strikten Sparkurses der Regierung von Mario Monti ist in Italien auch die Diskussion über die Einkünfte der Volksvertreter neu entbrannt. Monti hat einschneidende Maßnahmen verlangt, Abgeordnetenhaus und Senat bereiten Kürzungen vor. Das unter massivem Druck der Finanzmärkte stehende Land strebt mit einer Reihe von Sparpaketen bis 2013 einen ausgeglichenen Staatsetat an.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.