Kosmische Müllabfuhr

  • Lesedauer: 2 Min.
Grafik: Pascal Coderay/ EPFL
Grafik: Pascal Coderay/ EPFL

Der Schrott aus Überresten von Raketen und nicht mehr genutzten Satelliten in den Erdumlaufbahnen wird für die Raumfahrt zu einer immer größeren Gefahr. Brauchbare Verfahren, um diesen Müll wieder einzusammeln, fehlten bislang. Dem will nun das Swiss Space Center an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) mit seinem Projekt »CleanSpace One« abhelfen. Dabei will man einen Satelliten entwickeln, mit dem diese Abfälle entsorgt werden sollen.

Erproben wollen sie den Prototyp mit den 2009 in die Umlaufbahn gebrachten Kleinstsatelliten »Swisscube« und »TIsat«, von denen einer eingefangen werden soll.

Nach dem Abschuss muss der Satellit zuerst seine Flugbahn anpassen, um auf die Umlaufbahn seines Zielobjekts zu gelangen. Dafür könnte ein neuartiger, ultrakompakter und ebenfalls in den EPFL-Labors entwickelter Antrieb zum Einsatz kommen. Wenn »CleanSpace One« den ausgedienten Satelliten erreicht hat, soll er ihn packen und stabilisieren. Mit dem angekoppelten Objekt macht sich der Rückholsatelliten auf den Weg in Richtung Erdatmosphäre, wo beide verglühen.

Zwar wird dieses erste Exemplar zerstört, aber weitere sollen folgen: »Wir wollen eine ganze Reihe schlüsselfertiger und nachhaltiger Systeme anbieten und vertreiben, die für verschiedene zu entsorgende Satelliten geeignet sind«, erklärt Swiss-Space-Center-Direktor Volker Gass.

Die Kosten für die Planung und den Bau von »CleanSpace One« sowie die eigentliche Mission belaufen sich auf rund 10 Millionen Franken (ca. 8,5 Millionen Euro). StS

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.