Hannover bleibt auf Giftmüll sitzen

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Hannover (nd-Jung). Entwickelt sich wegen einer umstrittenen Asbest-Entsorgung ein Rechtsstreit zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sowie Schleswig-Holstein? Die Region Hannover beharrt auf dem Transport von 170 000 Tonnen Asbestmüll aus Wunstorf zu Deponien in den beiden Nachbarländern. Die aber wollen den gefährlichen Stoff, nicht haben.

Auch im Umweltausschuss des niedersächsischen Landtages war das Problem nicht zu lösen. In jenem Gremium hätte Kurt Herzog, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion, gern die Meinung kritischer Experten zu Asbesttransport und -entsorgung gehört. Doch die Mehrheit im Ausschuss, so Herzog, habe diesen Wunsch »ohne konstruktive Diskussion abgebügelt«. Die unterschiedlichen Standpunkte zur Gesundheitsgefährdung durch Asbest und zur Anwendung rechtlicher Bestimmungen bestünden fort.

Doch die Zeit drängt. Die Region Hannover hat dem Unternehmen, das für den Abtransport zuständig ist, eine Frist von zwei Wochen gesetzt. Dann spätestens sollen die Lastwagen mit dem Giftmüll starten. Zwischen 7000 und 8000 Lkw-Touren sind nötig, um den Asbest wegzukarren. Was aber geschieht, wenn die Polizei Mecklenburg-Vorpommerns eine Weisung ihrer Landesspitze bekommt, die Gefahrguttransporter nicht passieren zu lassen? Ein solcher Eklat sei durchaus denkbar, sagte Kurt Herzog im nd-Gespräch. Der Abgeordnete ist überzeugt, dass das Land Niedersachsen und die Region Hannover die Transporte nicht gegen den Widerstand der Nachbarländer durchsetzen können.

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