Sechsergruppe fordert von Iran: Zweifel beseitigen
Teheran werden »ernsthafte« Gespräche angeboten
Wien/Jerusalem (AFP/nd). Die UN-Vetomächte und Deutschland haben Iran zu einem »ernsthaften Dialog« über sein Atomprogramm aufgerufen. In einer am Donnerstag in Wien veröffentlichten gemeinsamen Erklärung fordert die sogenannte Sechsergruppe Verhandlungen »ohne Vorbedingungen«. Nur so könne die iranische Regierung die Zweifel an ihren Absichten ausräumen, hieß es in der Erklärung, die dem Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien vorgelegt wurde.
Der Westen unterstellt Teheran, nach Atomwaffen zu streben, was die iranische Regierung zurückweist. Am Dienstag hatte die Sechsergruppe aus China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und den USA Teheran eine Wiederaufnahme der Atomgespräche angeboten. Der Iran warnte daraufhin, die Verhandlungen würden scheitern, wenn versucht werde, neuen Druck auf Teheran auszuüben. Bundesaußenminister Guido Westerwelle verlangte am Donnerstag in Berlin, Iran müsse seinen Kurs der Verschleierung und Nichtkooperation beenden« und »alle berechtigten Zweifel über den Zweck seines Atomprogramms transparent und nachvollziehbar ausräumen«.
Die USA haben Israel im Gegenzug für einen Verzicht auf Luftangriffe gegen Iran in diesem Jahr moderne Waffen versprochen. Die israelische Zeitung »Maariv« berichtete am Donnerstag, die US-Regierung habe Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei seinem Besuch zu Wochenbeginn die Lieferung von bunkerbrechenden Raketen und Tankflugzeugen in Aussicht gestellt - genau solche Waffensysteme, ohne die iranische Atomanlagen kaum wirksam angegriffen werden können. Israel müsse dafür lediglich Luftangriffe auf mindestens 2013 und damit die Zeit nach der US-Präsidentschaftswahl im November verschieben, hieß es unter Berufung auf westliche Diplomaten.
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