Spät, später, BER

Standpunkt von Bernd Kammer

  • Lesedauer: 2 Min.

Jetzt also Oktober 2013. Der neue Hauptstadtflughafen BER muss eine weitere Warteschleife drehen, die wievielte eigentlich? Zur Erinnerung: Ursprünglich sollte BER zu den Olympischen Spielen 2000 starten, doch weder gab es die Spiele noch den Flughafen für Berlin. Mit dessen Bau wurde überhaupt erst 2006 begonnen, danach sind wir mittlerweile beim vierten Eröffnungstermin binnen zwei Jahren angelangt.

Eine beispiellose Serie von Pleiten, Pech und Peinlichkeiten bei einem Projekt, mit dem doch eigentlich für die gesamte Region die lichte Zukunft anbrechen sollte. Die ganze Welt sollte auf Berlin fliegen und wenigstens 40 000 Arbeitsplätze mitbringen. Wahrscheinlich war dies auch das Problem: Das Prestigeprojekt musste kommen, um welchen Preis auch immer. Da schaute der Aufsichtsrat, also die Politik, dann auch nicht so genau hin, wenn es Probleme gab. Zum Beispiel mit der Brandschutzanlage, deren Fehlplanung Experten schon länger bekannt war.

Was lange währt, wird noch lange nicht gut, sondern teuer. Jeder Monat, den der Flughafen später in Betrieb geht, kostet 15 Millionen Euro. Seinen Finanzrahmen von 3,3 Milliarden Euro hat der Flughafen aufgebraucht, bereits jetzt stehen 1,2 Milliarden Euro Mehrkosten fest. Nach der erneuten Verschiebung dürfte das noch nicht das Ende sein. Schon ist von einem neuen Berliner Bankenskandal die Rede. Dafür bluten muss wieder der Steuerzahler. Ein Grund, um in die Luft zu gehen?

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.