Christian Lehnert
Den Tag durchziehen unbekannte Fährten,
die ich verstehen will, die Pappelreihen
am Abhang zum Kanal, im Dunst die Dächer
am andern Ufer, Stege, die bewährten,
ergrauten Liegestühle, dort die Raben,
sie wissen, was sie suchen, wie ein Fächer
die Wolkenwand. Ich will den Regen haben,
das Wasser und den Sinn und das Verzeihen.
17. Mai 2009, Havel
Der Dichter Christian Lehnert, geb. 1969 in Dresden (»Der gefesselte Sänger«, »Auf Moränen«, »Aufkommender Atem«, alle bei Suhrkamp) erhält heute in Hannover den renommierten Hölty-Preis für Lyrik. Sein Werk sei, so dieJury, von »selten gewordener Würde und Schönheit«.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.