Editorial

Was ist los in der Eurozone? 32-seitige Beilage – jetzt für nd-Abonnenten, ab Dienstag als Magazin am Kiosk

  • Jürgen Reents
  • Lesedauer: 2 Min.

Seit drei Jahren beherrscht das Thema »Euro-Krise« die Medien und die politischen Debatten. Gesprochen und geschrieben wird von gigantischer Verschuldung, von strauchelnden Banken, von drohenden Staatspleiten, auch von Zweifeln, ob der vor über zehn Jahren eingeführte Euro noch eine Zukunft hat. Regierungen und internationale Institutionen schnüren »Rettungspakete«, deren Volumen - Geldbeträge - für Menschen, die sich in der Größenordnung von Tageseinkäufen, von Mietzahlungen, eines Fernseh- oder vielleicht auch eines Autokaufs auskennen, unermesslich und verwirrend sind. Und bei alledem fragen nicht wenige: Krise, wo ist sie denn? In Deutschland spüre man sie doch kaum.

Deutschland: Gerade während der Zeit der Finanzkrise hat sich die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft. Und je höher jemand auf der Einkommens- und Vermögensleiter steht, desto wohlhabender wurde er. Es gibt sie also, die Gewinner des Systems, das die Krise erzeugt. Das heißt aber auch: Es gibt auf der anderen Seite viele Menschen, die in dieser Krise verloren haben. Es sind jene, deren Löhne gesenkt wurden oder deren Renten an Kaufkraft verloren haben. Es sind jene, die mehr Verbrauchs- und andere Steuern oder Abgaben an den Staat leisten müssen, damit dieser seine »Rettungspakete« und Bürgschaften für marode und für unersättliche Banken finanzieren kann. Und so werden auch die Staaten immer ärmer, sie entsorgen sich von gemeinschaftlichen Sachwerten und von ihrer Sozialpflicht.

Für viele Menschen vor allem im Süden der Eurozone hat dies eine täglich spürbare Dimension. Sie tragen mit drastischen Einkommens- und Sozialkürzungen, die die Regierungen »Sparmaßnahmen« nennen, die Hauptlast dieser Krise.

Die vorliegende Publikation der Tageszeitung »neues deutschland« schildert und illustriert diese wirkliche Lebenssituation in der Eurozone: mit Reportagen aus dem Alltag, mit Analysen aus verschiedenen Ländern, mit Fakten und Grafiken zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Sie stellt Proteste vor und nennt Alternativen zur herrschenden Politik.

Siehe Grafik: Zahlen und Fakten zur Eurozone

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.