Schwerin untersucht Werft-Debakel

Opposition setzt U-Ausschuss durch

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Schwerin (nd-Schäfer). Vier Wochen nach der Insolvenz der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast hat der Schweriner Landtag mit den Stimmen von Linkspartei und Grünen einen Untersuchungsausschuss eingesetzt. Zehn Parlamentarier sollen klären, »warum es trotz angeblich intensiver Begleitung durch die Landesregierung zur Insolvenz der Werften kommen konnte«, heißt es bei der Linksfraktion. Es müssen die »Fragen beantwortet werden, ob es eine Fortführungsperspektive für die Standorte gegeben hätte oder die Insolvenz bereits eher hätte eingeleitet werden müssen«. Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr erklärte, sowohl die »Rolle der Beraterfirmen wie auch die der Geschäftsführung« sei »überaus kritisch zu durchleuchten«.

Im Juni hatten Land und Bund ein Eil-Rettungspaket von über 150 Millionen Euro geschnürt. Mitte August, nach einem Geschäftsführerwechsel auf der Werft, wurde klar, dass dieses Geld nicht reichen würde. Land und Bund stoppten die Hilfen, 70 Millionen waren bereits geflossen. Die Werft musste Insolvenz anmelden. 1800 Arbeitsplätze in Stralsund und Wolgast sind in Gefahr. Befragt werden sollen unter anderen Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), sein Staatssekretär Stefan Rudolph sowie Ex-Werftenchef Dieter Brammertz und dessen Nachfolger Rüdiger Fuchs.

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