Noch einmal auf Transport?
Regina und Heinrich Krebs vor ihrer Hütte in Kotschajag
Foto: Jürschik
sich ihr „Deutschtum“ bewahrt hatten und ob sie im Rahmen des „Generalplans Ost“ für die Besiedlung eroberter Gebiete geeignet erschienen. Bereits 1939 bis 1941 wurden schätzungsweise 100 000 Menschen zwangsumgesiedelt - begründet in Verträgen Nazideutsch-
lands mit den baltischen Republiken und der UdSSR. Und 1942 bis 1944 wurden noch einmal etwa 250 000 Deutsche sowjetischer Staatszugehörigkeit verschleppt.
Regina und Heinrich arbeiteten zunächst ein halbes Jahr auf einem Gutshof im besetzten
polnischen Wartheland. Mit dem Rückzug der Wehrmacht wurden sie im Dezember 1944 nach Senftenberg, südöstlich von Berlin, geschickt. Unterkunft fanden sie in einer Turnhalle. Im Januar 1945 kam Heinz zur Welt, ihr erster Sohn. Einen Monat nach
Kriegsende, im Juni, wurden sie nach Leimbach bei Hettstedt im Mansfelder Gebiet gebracht. In einem Umsiedlerlager feierten sie ihre Hochzeit.
Doch war ihres Bleibens in Deutschland nicht lange. „Rußlandsiedler“ (wie viele sich heute noch gern nennen), die es im Kriege ins Land ihrer Vorfahren verschlagen hatte, wurden im Dezember 1945 wegen ihrer UdSSR-Staatszugehörigkeit repatriiert. Diesem Befehl mußten in der Sowjetischen Besatzungszone alle, in den westlichen Zonen etwa die Hälfte der Betroffenen folgen insgesamt 300 000.
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