Lega Nord siegte in der Lombardei

Mitte-Links regiert in Lazium und Molise

  • Wolf H. Wagner, Florenz
  • Lesedauer: 2 Min.

Roberto Maroni jubelt: »Mission erfüllt.« Mit diesen Worten beschreibt der Sekretär der Lega Nord, ehemals italienischer Innenminister, seinen Sieg bei den Regionalwahlen in der Lombardei. Das Wahlbündnis von Lega und »Volk der Freiheit« (PdL) erreichte 42,8 Prozent der Wählerstimmen und 48 Sitze im lombardischen Parlament. Die Mitte-Links-Allianz kam mit 38,2 Prozent auf den zweiten Platz und die landesweit triumphierende »Bewegung der Fünf Sterne« (M5S) erlangte mit 13,6 Prozent Rang drei.

Wegen der Bonusregel im Wahlrecht verfügen die Oppositionsfraktionen lediglich über 21 (Mitte-Links) und neun (M5S) Mandate. Roberto Maroni kann souverän eine der wirtschaftlich wichtigsten und die bevölkerungsreichste Region Italiens regieren. Schon träumt der Chef der separatistischen Partei von einer Maxiregion von Mailand bis Venedig. Maroni greift damit alte Lega-Pläne auf, die sein Vorgänger und Ziehvater Umberto Bossi stets hegte. Bossi gehörte denn auch zu den ersten Gratulanten des Wahlsiegers. Der 71-jährige trat selbst nicht zur Wahl an. Er hatte die Führung der Lega im April 2012 an Maroni übergeben, nachdem die Staatsanwaltschaft Mailand Ermittlungen wegen Korruption, Geldwäsche, Veruntreuung und illegaler Parteienfinanzierung gegen den langjährigen Parteichef eingeleitet hatte.

Maronis Sieg, so deutlich er scheinen mag, kann jedoch nicht als Triumph der Lega verbucht werden. Es war ein Kuhhandel zwischen Silvio Berlusconi und dem Separatistenchef: Man versicherte sich gegenseitig der Unterstützung - die Lega bei den Parlamentswahlen für das Mitte-Rechts-Bündnis, die PdL bei den Regionalwahlen für die Lega. Bei den nationalen Wahlen hat die Lega gerade in ihren Hochburgen deutlich Stimmen eingebüßt

Bei den beiden anderen Regionalwahlen sehen die Ergebnisse anders aus: Das Rom einschließende Lazium und die süditalienische Region Molise werden künftig von Mitte-Links regiert.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.