NPD-Verbot: Merkel räumt FDP faktisch Veto-Recht ein
Eigener Antrag der Bundesregierung laut Medienbericht faktisch vom Tisch / Länderantrag: Juristen erhalten 50000 Euro
Berlin (nd). Angela Merkel hat den Freidemokraten bei der Entscheidung der Bundesregierung über einen eigenen Antrag zum Verbot der NPD „eine Art Veto-Recht“ eingeräumt. Das berichtet die „Leipziger Volkszeitung“ unter Berufung auf Regierungskreise. „Wie auch bei der umstrittenen Homo-Ehe solle auch beim NPD-Verbot ein unterschiedliches Abstimmungsbild zwischen den Koalitionspartnern Union und FDP auf jeden Fall vermieden werden“, meldete das Blatt vorab.
Damit sinkt die Chance auf einen eigenständigen Verbotsantrag der Koalition deutlich. Sowohl die Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von den Liberalen als auch der Bundesinnenminister von der CSU, Hans-Peter Friedrich, hatten sich ablehnend oder skeptisch geäußert.
Derweil heißt es, dass die von den Ländern beauftragten Berliner Juristen Christian Waldhoff und Christoph Möllers bis zum 30. Juni einen fertig ausgearbeiteten Verbotsantrag vorlegen sollen. Sie erhalten dafür nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ je 50 000 Euro Honorar. Der Verbotsantrag soll dann noch vor der Sommerpause beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht werden.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.