Rückschlag für Capriles

Martin Ling über die Ablehung der Klage der venezolanischen Opposition

  • Lesedauer: 2 Min.

No pasarán - sie kommen nicht durch! Das gilt fürs Erste für die Versuche der venezolanischen Opposition um Herausforderer Henrique Capriles, den gewählten Präsidenten Nicolás Maduro aus dem Amt zu befördern. Ihre Klage gegen das knappe Ergebnis vom 14. April wurde vom Obersten Gerichtshof komplett verworfen. Eine große Überraschung ist das freilich nicht, weil der Oberste Gerichtshof gut 13 Jahre nach dem Beginn der bolivarianischen Revolution unter Maduros verstorbenem Vorgänger Hugo Chávez nicht mehr allzu viele oppositionsaffine Richter enthalten dürfte.

Es steht leider zu befürchten, dass Capriles und Co. von keinem Urteil der Welt zum Einlenken gebracht werden und sie sich allein auf den Versuch einer friedlichen Machtübernahme an den Wahlurnen beschränken. Dagegen sprechen die Destabilisierungsaktionen direkt nach der Wahl, denen damals mindestens zehn Maduro-Anhänger zum Opfer fielen. Und dagegen sprechen die jüngsten von mehreren regierungsnahen Medien kolportierten und mit Indizien belegten Putschgerüchte, wonach Teile der Opposition von Kolumbien aus am nächsten Staatsstreich basteln. Capriles weist solch Ansinnen zwar weit von sich, die rechte Parlamentsabgeordnete María Corina Machado machte indes daraus mehrfach öffentlich kein Hehl. Weg mit dem »illegalen Regime« Maduros, lautet ihre Devise. Weg mit Chávez, hieß es 2002, obwohl nicht einmal die Opposition seine Wahlsiege bestritt. Maduro wird auf der Hut bleiben.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.