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Was Zahlen sagen

Velten Schäfer zur Lage der Konjunktur in Deutschland

  • Lesedauer: 1 Min.

Anders als Neoliberale glauben, ist die Wirtschaftswissenschaft eine politische und keine »exakte« Disziplin. Dies hat nun offenbar auch das Institut für Weltwirtschaft zu Kiel (IfW) begriffen - wenngleich auf eine recht spezielle Weise.

In seiner neuesten Kaffeesatzanalyse zur Lage der Konjunktur im Lande ist nämlich zu lesen, dass sich Deutschland, getragen von einer starken Binnenwirtschaft und kräftigem privaten Konsum, auf gutem Weg befinde und den Wachstumskurs 2014 fortsetzen werde, wenn die Investitionsnachfrage anspringt.

Klingt optimistisch - bis man die Zahlen zur Kenntnis nimmt. Für das laufende Jahr prognostizieren die Kieler nämlich ein »Wachstum« von 0,5 Prozent; ein Wert also, der deutschen und auch Kieler Ökonomen vor zehn Jahren noch als Zeichen von Stagnation und Beinahekatastrophe galt - und als objektiver Auftrag für Schröders Sozialabbau-Agenda.

Statt über den Stillstand zu zetern wie weiland unter Rot-Grün, erklären Ökonomen heute ein halbes Merkel-Prozent zu einer soliden Grundlage - nicht nur im IfW, sondern auch anderswo. Bei den Kielern könnte noch hinzuzukommen, dass das Institut im Mai aus dem Kreis der Regierungsprognostiker herausgenommen wurde - zum ersten Mal in 60 Jahren. Was also Zahlen sagen? Kommt immer auf das Politische an.

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