Pentagon an der Uni
Jürgen Amendt zur Kriegsforschung an deutschen Hochschulen
Dass Wissenschaftler Militärforschung betreiben, ist nicht verwunderlich. Das Militär ist ein sicherer Finanzier und angesichts knapper Kassen ist die Versuchung groß, Geld von den Uniformträgern anzunehmen. Die meisten deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben sich offiziell auch niemals von diesen Auftraggebern distanziert. Es wäre zudem naiv zu meinen, dass Grundlagenforschung ausschließlich zu zivilen Zwecken genutzt wird. Die Kunst der Wissenschaft und die des Krieges gingen schon in der Antike frucht- und furchtbare Verbindungen ein. Der Überlieferung zufolge hat der geniale Archimedes im Zweiten Punischen Krieg allerlei Kriegsgerät entwickelt, das unmittelbar auf seine Forschungsergebnisse zurückging.
Archimedes hat allerdings auch nie vorher öffentlich erklärt, Pazifist zu sein und die Arbeit fürs Militär grundsätzlich abzulehnen - im Gegensatz zu einigen deutschen Hochschuleinrichtungen, die eine solche Erklärung in Form einer sogenannten Zivilklausel in der Vergangenheit öffentlich abgegeben haben. Wenn also die Universität Bremen jetzt meint, ein vom Pentagon finanziertes Satellitenforschungsprojekt diene ausschließlich der Grundlagenforschung und sei daher mit der Klausel vereinbar, dann zeugt auch das von Naivität.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.