Realsatire, Klappe die 286.

Sarah Liebigt über Spaß an der Baukunst

  • Sarah Liebigt
  • Lesedauer: 1 Min.

Das Vorhaben sei zu komplex, es gebe zu viele Beteiligte, hat der ehemalige Projektleiter der BER-Großbaustelle, Joachim Korkhaus, gesagt. Bis Horst Amann ihn im September 2012 absetzte. Der gemeine Berliner wird nie erfahren, ob schon Amann Korkhaus für sein mangelhaftes Projektmanagement bestrafte oder ob seine Entlassung eine der für notwendig erachteten, weil öffentlich wirksamen Entscheidungen war.

Trotzdem muss man sich fragen, wie lange dieses traurige Spiel noch andauern soll. Die Aussage, das Vorhaben BER sei zu komplex gewesen, hätte in jeder Karikatur nicht besser stehen können. Zu viele Sätze, die (nicht nur) im Untersuchungsausschuss BER gesagt werden, klingen eben nicht nur nach dem üblichen, von der Politik geliebten Verantwortungspingpong. - Auch Korkhaus ist der Auffassung, die Dienstleister und nicht die Flughafengesellschaft sei Schuld. - Sondern danach, als ob niemand das Problem BER überhaupt noch ernst nimmt.

Am 13. Dezember könnte ein neuer Aufsichtsratschef gewählt werden. Es könnte der Regerierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sein, wenn er beim Nachtflug einlenkt. Der hatte diesen Posten bekanntlich schon mal inne und wusste nie von was. Dass ein neuer alter Chefsesselbesetzer jetzt einen Schlachtplan im Ärmel hat, der mehr beinhaltet als die Mitteilung, dass der Flughafen wichtig ist, darf bezweifelt werden.

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