Die Instrumente der Opposition

René Heilig meint, dass auch leise Töne zur Kunst gehören

  • René Heilig
  • Lesedauer: 2 Min.

Feuert Ziercke! Her mit dem Untersuchungsausschuss! Regierung, dir zeigen wir’s! Solche Sprüche wünschten sich die Medien. Und sie bekamen sie. Und nun? Nichts! Der BKA-Chef bekommt seine wahrlich mehrfach verdiente Pension noch immer nicht und das scharfe Schwert der Opposition wird auch nicht gezückt.

Tja, so ist das: Wer am Anfang zu laut trompetet, ohne alle Noten zu kennen, dem geht nicht nur die Luft aus, dem rennen bald auch die Zuhörer weg. Und wer auf die Pauke haut, obwohl in der Partitur andere Instrumente gefordert sind, erzeugt auch nur Misstöne. Ob diese simple Erkenntnisse bei den Richtigen ankommt?

Bei den Oppositionsvertretern im Innenausschuss offenbar ja. LINKE wie Grüne erledigten dort lieber Sacharbeit, fragten gescheit, verlangten Antworten. Kurzum, sie kontrollieren im »Fall Edathy« mit dem Alltagsinstrumentarium, das jedem Abgeordneten zur Verfügung steht, das Handeln der Regierung. In aller Öffentlichkeit. Und siehe da, es gibt dabei sogar das, was bei den derzeitigen parlamentarischen Mehrheitsverhältnissen bitter notwendig ist: Kooperation in der Opposition. Das ist eine Kunst!

Daran wird man sich hoffentlich demnächst erinnern, wenn das Parlament wirklich seine schärfste Waffe benutzen muss, um der Regierung Grenzen aufzuzeigen. Der NSA-Skandal und das Handeln eigener Dienste gegen im Grundgesetz verbürgte Bürgerrechte verlangen das geeinte Mitspiel aller, denen der Wähler ein Instrument gegeben.

Weiterlesen:

Angehender NSA-Chef verspricht mehr Offenheit

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -