Falsche Adresse
Haidy Damm über die Verteilung von Reichtum in Deutschland und die wachsende soziale Ungleichheit
Allein das Vermögen der fünf (!) reichsten Deutschen ist so groß wie das der untersten 40 Prozent der Bevölkerung – auch hierzulande wächst die ungleiche Verteilung des Geldes.
Die Nichtregierungsorganisation Oxfam spiegelt ihre Berechnungen in der globalen Verteilung von Reichtum: Weltweit häufen einige Wenige Vermögen an, während immer mehr Menschen von gesellschaftlicher und politischer Teilhabe ausgeschlossen sind. Dabei gründet sich das Vermögen der Reichen in Deutschland häufig auf Branchen, die ihre Kosten auf die Bevölkerung armer Länder abwälzen: durch Hungerlöhne, Preisdiktate und miserable Arbeitsbedingungen.
Oxfam resümiert aus seiner Untersuchung, dass der soziale Frieden bedroht ist. Dabei ist längst Realität: Fluchttote an Europas Grenzen, massive Polizeieinsätze gegen widerständige Flüchtlinge in Berlin und Brüssel, Repression im Jobcenter und bei der Ausländerbehörde.
Die Forderung, dass sich die Bundesregierung in den Verhandlungen über neue UN-Millenniumsziele gegen Armut stärker für die Bekämpfung sozialer Ungleichheit einsetzen soll, ist deswegen nicht grundsätzlich falsch. Der Adressat indes ist sicher nicht der richtige. Die Bundesregierung verursacht diese Situation schließlich täglich selbst mit.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.