Freunde im Sandkasten

Markus Drescher über Spionage, Gegenspionage, Gegengegenspio ...

Das güldet nicht! Dohoch. Neihein! Wohol! Gar nicht! Ich habe Recht! Ich immer ein Mal mehr als du! Du bist (hier einen kindlichen Kraftausdruck einsetzen)! So liefen zumindest Anfang der 1980er Jahre Streitgespräche im Kindergarten ab (wie das heute dort abläuft, kann der Autor nicht beurteilen). Fünf Minuten später jedenfalls spielte man dann wieder im Sandkasten miteinander.

In welchem Stadium sich die Beziehung zwischen Bundes- und US-Regierung derzeit befindet, lässt sich schwer sagen. Denn da gibt es zwei Ebenen. Die medienöffentliche, vor allem in Rücksicht auf die deutschen Befindlichkeiten inszenierte, dürfte irgendwo zwischen »Ich habe Recht« und »Ich immer ein Mal mehr!« stecken. Die Geheimdienste auf der nicht öffentlichen Ebene haben sich wohl zu keinem Zeitpunkt mit Sand beworfen und um Förmchen gestritten - die haben schön brav weitergespielt, weil sie nur zusammen ihre Sandburg verteidigen können.

Was zum Teufel soll also das ganze Kindergartenschauspiel, das man sich nun schon seit Monaten ansehen muss? Es ist doch offensichtlich, dass sich absolut nichts an Überwachung, Bespitzelung und Geheimdienstzusammenarbeit ändern wird. Doch anstatt sich hinzustellen und das zuzugeben, versucht die Bundesregierung, den Überwachten Sand in die Augen zu streuen. Im Kindergarten bekamen solche Leutchen immer ziemlichen Ärger mit den Beworfenen. Mal sehen, ob das beim nächsten Wurf des Stimmzettels in die Urne auch so ist.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -