Werbung

Sachsen: Jeder Vierte wünscht sich Rot-Rot-Grün

CDU in Umfrage weiter vorn - aber mit Verlusten / Linkspartei zweitstärkste Kraft - mit aufsteigender Tendenz / FDP draußen, AfD drin

  • Lesedauer: 3 Min.

Berlin. Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen liegt die CDU zwar weiter vorn – die Partei von Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat beim Leipziger Institut Uniqma seit Jahresbeginn aber deutlich Federn lassen müssen. Laut den Zahlen, über die unter anderem die »Leipziger Volkszeitung« berichtet, würden derzeit nur noch 42 Prozent der Befragten der CDU ihre Stimme geben – im Januar waren es noch 49, im Juni noch 45 Prozent. Auch die anderen Institute bewerteten die CDU im Schnitt zuletzt schwächer als noch zu Jahresbeginn. Amtsinhaber Tillich müsste sich der Umfrage zufolge auch nach einem neuen Koalitionspartner umsehen, die derzeit mit drei Prozent bewertete FDP dürfte den Wiedereinzug in den Landtag verpassen. Die Freidemokraten, die noch an der Landesregierung beteiligt sind, werden auch von anderen Instituten mit zwei bis vier Prozent bewertet, Ausnahme war eine 5-Prozent-Umfrage im Auftrag der »Bild«-Zeitung.

Zulegen konnte in der aktuellen Umfrage die Linkspartei, die nun beim Institut Uniqma auf 18 Prozent kommt – Anfang des Jahres waren es noch 15, im Juni noch 16 Prozent. Bei anderen Instituten konnte die Partei zuletzt auch Werte um die 20 Prozent erreichen. Die SPD kommt in Sachsen nicht so recht in Tritt: aktuell bei 13 Prozent stehen die Sozialdemokraten insgesamt schlechter da als zu Jahresbeginn, als auch andere Institute die Partei von Martin Dulig höher bewerteten. Die Grünen können mit sechs Prozent rechnen, was dem Schnitt der vergangenen Monate entspricht. Die rechtsradikale NPD würde aus dem Landtag ausscheiden, sie kommt bei den Demoskopen nur noch auf Werte von drei bis vier Prozent. Den Einzug in den Landtag könnte dagegen die so genannte Alternative für Deutschland schaffen, sie wird von Uniqma bei sechs Prozent gesehen.

Die evangelische und katholische Kirche in Sachsen haben zur Beteiligung an der Landtagswahl am 31. August aufgerufen. »Gerade wir im Osten Deutschlands wissen, dass das Wahlrecht ein hohes und unverzichtbares Gut und eine Verpflichtung ist«, schrieben der evangelische Landesbischof Jochen Bohl und der katholische Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heiner Koch, in einem am Montag veröffentlichten gemeinsamen Aufruf. Eine lebendige Demokratie brauche eine rege Beteiligung, fügten sie hinzu. Die einfachste Form der Beteiligung an Demokratie sei die Wahl. Und nur durch eine hohe Wahlbeteiligung könne es gelingen, »den extremen Parteien keinen Aktionsraum im Sächsischen Landtag zu geben«, betonten die Bischöfe.

Bei der Frage der Koalition liegen in Sachsen verschiedene Modelle in der Wählergunst fast gleichauf. Eine rot-rot-grüne Landesregierung würden 25 Prozent der Befragten bevorzugen – die drei Parteien haben allerdings derzeit keine eigene rechnerische Mehrheit. Eine CDU-Alleinregierung wird von 24 Prozent der Befragten bevorzugt, ebenfalls 24 Prozent würden eine Wiederauflage der Großen Koalition aus CDU und SPD am liebsten sehen. Schwarz-Grün steht nur bei jedem zehnten Befragten auf dem Wunschzettel. nd/Agenturen

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -