Blindgänger

Olaf Standke über den jüngsten Streubomben-Report

  • Olaf Standke
  • Lesedauer: 1 Min.

Die gute Nachricht des am Donnerstag in Washington vorgestellten Streubomben-Monitors 2014 zuerst: Es habe in den vergangenen beiden Jahren mit Syrien nur ein Land gegeben, das diese besonders heimtückische Waffenart nachweislich einsetzte. Hinzu kämen 2014 noch ungeklärte Operationen in der Ukraine und in Südsudan, so der Bericht über die weltweite Einhaltung der Oslo-Konvention. Allerdings musste der Report auch noch nie im Berichtszeitraum derart viele Opfer für ein Land registrieren.

Über 1000 Menschen wurden im kriegsgebeutelten Syrien getötet und verletzt - unmittelbar durch den völkerrechtswidrigen Einsatz von Streubomben in dicht besiedelten Gebieten oder durch Blindgänger, die noch lange nach Abwurf wie Minen funktionieren und die Zivilbevölkerung existenziell gefährden. Ein Problem bis heute auch in anderen Einsatzgebieten wie Laos, wo die USA rund 270 Millionen Sprengsätze abgeworfen haben. Die Oslo-Konvention verbietet Einsatz, Produktion, Lagerung und Export dieser Waffen. Und es gehört zu ihrer Erfolgsgeschichte, dass die Vertragsstaaten inzwischen über 80 Prozent ihrer Arsenale zerstörten, über 24 Millionen Submunitionen. Zudem haben hoch belastete Staaten wie Irak oder Tschad die Konvention endlich ratifiziert. Nur - von Hauptproduzenten wie die USA, China und Russland wurde sie bis heute nicht einmal unterzeichnet.

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