AfD gewinnt durch Mitläufereffekt
Alternative für Deutschland sammelt laut Forsa auch immer mehr am rechten Rand ein / Zahl der Nichtwähler steigt - vor allem frühere SPD-Wähler wenden sich ab
Berlin. Die Rechtspartei AfD hat in einer neuen Umfrage von Forsa für das Magazin »Stern« und den Sender RTL erneut zugelegt - um drei Punkte auf zehn Prozent. Der Aufstieg der Partei komme durch einen Mitläufer-Effekt zustande, der für Parteien nach Wahlerfolgen oft zu beobachten sei, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dem »Stern«. Außerdem sammele sie zunehmend Stimmen vom rechten Rand. »Der Anteil der radikalisierten AfD-Anhänger auf Basis der Wähler beziehungsweise der Wahlwilligen wird umso größer, je niedriger die Wahlbereitschaft ist - und dass, obwohl nur eine Minderheit von 7 von 100 Wahlberechtigten Sympathien für diese Partei hat.«
Zugleich stieg der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen. Er betrug in der Umfrage nun 28 Prozent, drei Punkte mehr als in der Vorwoche. »Es sind vor allem frühere Anhänger der SPD, die unter dem Eindruck der katastrophalen Niederlage ihrer Partei in Thüringen ins Lager der Nichtwähler abgewandert sind«, sagte Güllner. Die Sozialdemokraten sackten um drei Prozent gegenüber der Vorwoche auf nun 22 Prozent ab. Die Unionsparteien kommen auf 42 Prozent. Die Linkspartei steht weiterhin bei 9 Prozent, die Grünen gaben einen Punkt auf 8 Prozent ab. Das Institut Forsa hatte 2.501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten. nd
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