Kuba schickt wegen Ebola weitere Ärzte nach Westafrika

Zwei weitere Brigaden mit 39 Ärzten brechen nach Liberia und Guinea auf / Nigeria und Senegal laut WHO »ebolafrei«

  • Lesedauer: 2 Min.
Mehr als 4000 kubanische Ärzte sind in Afrika aktiv und helfen - und nach dem Ebola-Ausbruch in Westafrika schickt der kleine Karibikstaat noch mehr Mediziner: Präsident Raúl Castro kündigte zwei weitere Medizinerbrigaden an.

Havanna. Kuba sendet weitere Ärzte und medizinisches Personal nach Westafrika, um den Ebola-Staaten zu helfen. »Als Antwort auf die Anfrage der Weltgesundheitsorganisation ist bereits am 1. Oktober eine Brigade nach Sierra Leone gereist, am 21. Oktober brechen nun zwei weitere Brigaden nach Liberia und Guinea auf«, sagte Kubas Präsident Raúl Castro am Montag (Ortszeit) auf einem Lateinamerika-Gipfel in Havanna.

Die zwei Gruppen bestehen insgesamt aus 91 Helfern, darunter 39 Ärzte, wie die kommunistische Parteizeitung »Granma« am Dienstag berichtete. Anfang Oktober entsandte Kuba bereits 165 Ärzte und medizinisches Fachpersonal nach Westafrika. Rund 460 Ärzte und Helfer wurden in Kuba für Ebola-Notfälle ausgebildet.

Kuba hat eine lange Tradition, Ärzte nach Afrika zu entsenden. Aktuell sind nach offiziellen Angaben 4000 kubanische Mediziner in 32 afrikanischen Ländern tätig. Die Zahl der Ebola-Erkrankten ist laut Weltgesundheitsorganisation auf mehr als 9200 gestiegen. Mehr als 4500 Menschen starben bereits an der Seuche.

Gute Nachrichten kamen am Montag von der WHO in Genf, die den Ebola-Ausbruch in Nigeria für beendet erklärte. »Das ist eine spektakuläre Erfolgsgeschichte, die zeigt, dass Ebola eingedämmt werden kann.« Der nigerianischen Regierung und den WHO-Vertretern vor Ort sei aber bewusst, dass das westafrikanische Land weiter gefährdet sei, solange die Krankheit in anderen Staaten der Region weiter wüte.

In Nigeria hatte es 20 Erkrankte gegeben, 8 davon starben. Ein Ebola-Ausbruch gilt nach den WHO-Richtlinien als beendet, wenn 42 Tage lang kein Fall aufgetreten ist. 42 Tage entsprechen der doppelten maximalen Inkubationszeit, also dem Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen. Bereits am Freitag hatte die WHO Senegal für ebolafrei erklärt. nd/Agenturen

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