Ein Drittel gegen Flüchtlinge in der Nachbarschaft
Umfrage: Vor allem AfD-Anhänger und Ostdeutsche sprechen sich gegen Asylunterkünfte aus / »Flüchtlingsgipfel« im Kanzleramt am Donnerstag
Berlin. Fast ein Drittel der Bundesbürger hat sich in einer Umfrage gegen Flüchtlingsunterkünfte in ihrer Nachbarschaft gewandt. Zwar gaben 66 Prozent der Befragten in einer Forsa-Studie für das Magazin »Stern« an, sie würde es persönlich nicht stören, wenn es ein solches Heim in ihrer Nähe gäbe. 30 Prozent sahen das aber anders. Dass sie die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft in ihrer Nachbarschaft ungern dulden würden, gaben dabei laut einer Vorabmeldung des Magazins vor allem Anhänger der Rechtspartei AfD (57 Prozent) und Ostdeutsche (45 Prozent) an. Forsa hatte Mitte Oktober mehr als 1.000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragt, die statistische Fehlertoleranz lag bei plus/minus drei Prozent.
Kanzleramtschef Peter Altmaier lädt am Donnerstag zu einem »Flüchtlingsgipfel« mit den Bundesländern ein. Dabei soll mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder über Maßnahmen zur Bewältigung der stark zunehmenden Flüchtlingszahlen beraten werden. Auch die Innenminister aus Bund und Ländern sowie die Ministerpräsidentenkonferenz in Potsdam befassten sich am Freitag mit dem Thema. In vielen Städten und Gemeinden gibt es angesichts des wachsenden Zustroms Probleme bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen. dpa/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.