Erdogan gegen Waffen für Kurden in Kobane
Türkischer Präsident kritisiert Abwurfaktion der US-Luftwaffe
Ankara. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Mittwoch in Ankara den US-Waffenabwurf für Kurdenkämpfer in der von der IS-Terrormiliz belagerten nordsyrischen Stadt Kobane als »falsch« bezeichnet. Er sagte vor Journalisten, einige der am Montag von den USA abgeworfenen Kisten mit Waffen und Munition aus irakischen Beständen seien der syrischen Kurdenpartei PYD und auch IS-Kämpfern in die Hände gefallen. »Jede Hilfe für die PYD nutzt letztlich der PKK«, so Erdogan. »Und als Türkei müssen wir das bekämpfen.« Ankara sieht die PYD als »terroristische« Organisation, die kurdische Arbeiterpartei PKK ist in der Türkei verboten.
Unterdessen hat die kurdische Autonomieregion in Nordirak militärische Hilfe für die Kurden in Kobane beschlossen. Wie das kurdische Nachrichtenportal »Rudaw« am Mittwoch berichtete, einigten sich alle Fraktionen im Parlament darauf, die kurdischen Volksschutzeinheiten in der Ortschaft nahe der türkischen Grenze zu unterstützen. Die kurdische Gorran-Partei in Nordirak teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass in einer ersten Phase rund 200 Peschmerga-Soldaten mit schweren Waffen an diesem Einsatz teilnehmen sollten.
Menschenrechtler bestreiten indes, dass die Dschihadisten Chemiewaffen in Kobane eingesetzt haben. Dies hatten Augenzeugen berichtet. Agenturen/nd Seite 7
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.