Werbung

Neue Gefahren

Olaf Standke über die aktuellen Siedlungspläne der israelischen Regierung

  • Olaf Standke
  • Lesedauer: 1 Min.

Israels Premier Benjamin Netanjahu, der unter dem Druck des rechten Flügels im Regierungslager steht, zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik an den Plänen für neue Siedlungen in Ostjerusalem. Nicht nur die Palästinenser, auch die US-Regierung und die EU verurteilen das Vorhaben als schädlich für die Friedensbemühungen. Inzwischen hat die Autonomiebehörde sogar eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats gefordert. Ob all das aber die Bautätigkeit stoppen wird, muss nach bisheriger Erfahrungen tatsächlich bezweifelt werden. Israel will offensichtlich weiter Fakten schaffen, nicht verhandeln.

Schon heute lebt rund eine halbe Million Siedler in bewachten Wohnanlagen inmitten von 2,7 Millionen Palästinensern, was international als völkerrechtswidrig angeprangert wird. Denn Staaten dürfen keine eigene Zivilbevölkerung in besetztes Territorium umsiedeln. Nur ist für Israel das 1967 eroberte Westjordanland zuvor kein Staat gewesen und Ostjerusalem heute Teil des vereinigten Jerusalems - eine Annexion, die die Staatengemeinschaft bisher nicht anerkannt hat. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als künftige Hauptstadt und fürchten, dass der Siedlungsbau das erheblich erschwert. Vor allem aber droht mit solcher Politik wenige Monate nach dem Gaza-Krieg in einer durch Morde und Anschläge auf beiden Seiten ohnehin aufgeheizten Atmosphäre eine neue Gewaltexplosion.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.