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US-Behörde rechnet mit vielen Toten durch Klimawandel

Durch weniger CO2-Ausstoß könnten Leben gerettet und viel Geld gespart werden

  • Lesedauer: 2 Min.
Die US-Umweltbehörde zeichnet in einem neuen Bericht ein düsteres Szenario: Dürren, Flächenbrände, starke Regenfälle und vor allem viele Tote werden durch den Klimwandel alltäglich - wenn nicht der CO2-Ausstoß gesenkt wird.

Washington. Ohne rechtzeitige Gegenmaßnahmen rechnen die USA bis zum Jahr 2100 allein in den Vereinigten Staaten mit jährlich rund 69.000 Toten durch die Folgen des Klimawandels. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltbehörde EPA in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Landesweit könnten dann in 49 US-Städten jährlich insgesamt 57.000 Menschen durch Luftverschmutzung und weitere 12.000 durch extreme Temperaturen sterben, heißt es.

Einige Teile der USA wären dem Bericht zufolge ohne rechtzeitige Schritte besonders schwer betroffen. Dem schon jetzt von Dürre und Bränden geplagten Kalifornien drohten ohne entsprechende Schritte zunehmend Trockenperioden, die Region um die Rocky Mountains müsse sich auf Flächenbrände gefasst machen. Im Südosten drohten extreme Temperaturen, starke Regenfälle, ein Anstieg der Meere und Stürme, warnte das Weiße Haus. Dadurch seien in Küstenregionen Schäden in Höhe von bis zu fünf Billionen Dollar (4,4 Bio Euro) möglich.

Durch einen geringeren Ausstoß von Kohlendioxid und anderen schädlichen Gasen könnten die prognostizierten Toten sowie große Schäden für die Wirtschaft vermieden werden. »Je schneller wir handeln, desto besser für Amerika und die künftigen Generationen von Amerikanern«, sagte EPA-Chefin Gina McCarthy.

Nahezu allen in dem Bericht untersuchten 20 Wirtschaftsbereichen würde ein weltweiter Kampf gegen die Erderwärmung zugute kommen. Allein bei der Instandhaltung von Straßen und Autobahnen wären demnach bis zum Jahr 2100 Einsparungen in Höhe von sieben Milliarden Dollar möglich.

Die Erderwärmung und der Kampf gegen die Folgen sind in den Vereinigten Staaten ein politisch hoch umstrittenes Thema. Unter anderem sorgt die von US-Präsident Barack Obama vorangetriebene Begrenzung des CO2-Ausstoßes heimischer Kraftwerke für Unmut bei den Republikanern. Im Dezember soll in Paris bei der UN-Klimakonferenz ein umfassendes und international verbindliches Klimaschutzabkommen für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr 2020 beschlossen werden. Die USA spielen bei den Verhandlungen eine Schlüsselrolle.

Präsident Barack Obama hat den USA mit einer Reihe von Verfügungen bereits einen geringeren Ausstoß von Kohlendioxid verordnet. Diese könnten von seinem Nachfolger aber schnell wieder rückgängig gemacht werden. Der Kongress konnte sich bislang nicht zu entsprechenden Gesetzen durchringen, da die Senatoren und Abgeordneten Schäden für amerikanische Unternehmen fürchten. Agenturen/nd

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