Vorerst keine neuen Kitastreiks
Gewerkschaft lässt Mitglieder über Schlichterempfehlung entscheiden
Frankfurt am Main. Im Tarifkonflikt des kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstes steht eine Einigung weiter aus. In den kommenden vier Wochen sollen die Mitglieder von ver.di über den Schlichterspruch abstimmen, kündigte ihr Vorsitzender Frank Bsirske am Mittwoch nach einer Streikdelegiertenkonferenz in Frankfurt am Main an. Die Gewerkschaft wollte noch am Mittwochabend mit den Arbeitgebern die Verhandlungen wieder aufnehmen, um möglicherweise noch Änderungen am Schlichtungsergebnis erzielen zu können. Nach Aussage von Bsirske sei die Empfehlung der Vermittler von den Delegierten »überwiegend sehr kritisch« gesehen worden. Es habe aber unterschiedliche Bewertungen darüber gegeben, ob der Spruch hingenommen oder abgelehnt werden sollte, erklärte der Gewerkschafter.
Nach wochenlangen Streiks haben die beiden Schlichter - der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und der ehemalige Hannoveraner Bürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) - nur marginale Erhöhungen für die Kitaerzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Sozialarbeiter der Kommunen vorgeschlagen. Diese enthalten für die einzelnen Berufsgruppen Steigerungen von zwei bis 4,5 Prozent.
Die Gewerkschaften hatten für die 240 000 Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes neue Eingruppierungsregeln gefordert, was ihren Angaben nach letztlich zu im Schnitt zehn Prozent mehr Gehalt führen sollte. Agenturen/nd Seite 6
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