SPD und Linke: AfD ist »offen rechtsradikal«
Thüringens Premier Ramelow: Höcke nimmt »Anleihen bei der SA« / SPD-Chef Gabriel: Rechtspartei pflegt »Sprache der NSDAP«
Berlin. Angesichts der weiteren Radikalisierung in der AfD nimmt die Kritik an der Rechtspartei zu. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte zum AfD-Fraktionschef im Landtag des Freistaates, Björn Höcke nehme »in seinem Sprachjargon immer deutlicher Anleihen bei der SA«. Die »Mitteldeutschen Zeitung« zitiert den Linkenpolitiker mit den Worten, »natürlich mache ich mir Sorgen, wenn einige tausend Menschen diesem Mann hinterherlaufen«. Höcke rede von »Angsträumen für blonde deutsche Frauen«, politische Konkurrenten würden »Volksverräter« und Journalisten als »Lügenpresse« diffamiert, kritisierte Ramelow.
SPD-Chef Gabriel sagte gegenüber dem Sender RTL, wie die NPD sei auch die AfD »offen rechtsradikal«. Beide Parteien würden »den Mob aufwiegeln. Sie pflegen die Sprache der NSDAP, die Begriffe von Nazis, wenn sie davon sprechen, Politiker an die Wand zu stellen«.
Auch in der AfD hatte es zumindest verbale Distanzierungen von Höcke und seinem Gebaren gegeben. Die Bundesspitze hatte sich in einem Schreiben von dem Thüringer Fraktionschef distanziert. Der stellvertretende AfD-Chef Alexander Gauland verteidigte Höcke dagegen. Diese sei »kein Spinner und seine Aussagen haben nichts mit der NS-Zeit zu tun«, sagte er dem »Tagesspiegel«. Er nannte Höcke einen »Nationalromantiker« und warf Bundeschefin Frauke Petry vor, mit ihrer Kritik einen »Schnellschuss« abgefeuert zu haben. Es sei nicht richtig, solche Auseinandersetzungen öffentlich zu führen.
In einer neuen Umfrage steht die Rechtspartei bei 8 Prozent. Die AfD kommt damit im Deutschlandtrend auf einen Wert wie zuletzt im Oktober 2014 nach ihren Erfolgen bei den Landtagswahlen. Die Union erreicht 38 Prozent, die SPD 24 Prozent, die Grünen 11 und die Linkspartei 9 Prozent. Agenturen/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.