Studieren in Russland

Bildungsrauschen

  • Lena Tietgen
  • Lesedauer: 2 Min.

Wer sich in das Bildungssystem Russlands einarbeiten möchte, dem stehen verschiedene Websites zur Verfügung. Einen schnellen Einstieg ermöglicht Wikipedia. Grundsätzlich unterteilt sich das russische Bildungswesen in Schulausbildung, Berufsausbildung, Hochschulausbildung und Postgraduierte Ausbildung. Die Schulbildung ist in Grund-, Haupt- und Oberstufe gegliedert. Die Kinder gehen gemeinsam bis einschließlich der neunten Klasse zur Schule. Danach endet die allgemeine Schulpflicht. Im Anschluss können sie die obere Sekundarstufe besuchen, die zur »vollständigen mittleren Bildung«, dem Abitur, führt. Alternativ steht ihnen eine Berufsausbildung entweder an der »mittleren Fachschule«, einer Berufsschule oder dem Technikum zur Verfügung. Neben berufsspezifischen Fächern werden dort auch, am jeweiligen Berufsfeld orientiert, allgemeinbildende Fächer unterrichtet.

Nähere Informationen zur Berufs- und Weiterbildung bietet bq-portal.de, ein durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Portal für ausländische Berufsqualifikationen. Das Portal unterteilt die Berufsausbildung in Mittlere Berufsausbildung, Hochschule, Weiterbildung und allgemeine Qualifizierungen, worunter zum Beispiel Vorbereitungen für Ausbildungsgänge fallen. Diese Mittlere Berufsausbildung kann zum qualifizierten Arbeiter oder Angestellten oder zur Fachkraft mittlerer Ebene führen. Hilfreich an dieser Unterscheidung sind für Interessierte die Übersetzungen der Fachbegriffe ins Russische.

Politische Daten zum russischen Hochschulsystem stellt das Bundesbildungsministerium auf kooperation-international.de zur Verfügung. Die politische Zuständigkeit für Bildung und Forschung gliedert sich auf in das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, das für Rahmenbedingungen wie Abschlüsse, Studiendauer, formale Qualifikationen und Fortentwicklung des Bologna-Prozesses zuständig ist, und in das Ressortministerium für Finanzen, das u.a. über die personelle Ausstattung entscheidet.

2003 ist Russland dem Bologna-Prozess beigetreten und richtet seitdem sein Bildungssystem am Markt aus. Teil dieses Prozess ist die Hinführung zur Einheit von Lehre und Forschung. Hierzu gehört u.a. der Ausbau der Föderalen Universitäten (FU) in den Bezirken. Daneben existieren Universitäten als multidisziplinäre Einrichtungen mit einem breiten Ausbildungsprogramm. Besonderen Stellenwert erfahren Nationale Forschungsuniversitäten, die den Titel über einen Wettbewerb erhalten und ihn zehn Jahre lang tragen dürfen.

Herz der russischen Hochschullandschaft sind die spezialisierten Akademien. Und es gibt Institute, die rein auf Lehre ausgerichtet sind. Lena Tietgen

Weitere Infos: bildung-weltweit.de; russische-botschaft.de.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.